Archive for December, 2004

SnipSnap ein innovatives Wiki?

SnipSnap ist eine Weblog/Wiki (oder auch Bliki) Tool, das in Java implementiert wurde. Entwickelt wird SnipSnap vom Fraunhofer Institut FIRST und ist dementsprechend als OpenSource Forschungsprojekt zu betrachten. Als Lizenz kommt die GPL zu Anwendung, aber in Zukunft werden wohl auch kommerzielle Feature zur Verfügung stehen.

Die Philosophie von SnipSnap lässt sich leicht beschreiben, denn jede Information, die in SnipSnap abgelegt werden kann, ist ein so genannter Snip. Snips können also sowohl Benutzer, Weblog-Einträge, Navigationselemente von SnipSnap, Kommentare oder normale Wiki-Seite darstellen. Außerdem ist es möglich Snips mit Hilfe von Labels, Meta-Daten zu zuweisen, d.h. Snips können z.B. einer Kategorie zu geordnet werden und so in einen bestimmten Informationskontext gestellt werden. Dies macht SnipSnap in der Anwendung, wie ich finde, sehr flexibel und bietet damit individuell definierte Einsatzmöglichkeiten.

Installation

Standardmäßig bringt SnipSnap alles mit was man braucht, um es einsetzen zu können (siehe Download). Die Installation ist recht einfach und geht meist problemlos vonstatten (siehe Installation + FAQ). Unregelmäßigkeiten können eigentlich nur entstehen, wenn man die gegebenen Möglichkeiten einer andere Datenbank (z.B. MySQL) oder eines anderen Java-Application-Servers (z.B. Tomcat) nutzt. Das verwendete Betriebssystem spielt keine bedeutende Rolle, d.h. SnipSnap lässt sich unter den allgemein üblichen Betriebssystemen (Linux, Mac OS X, Windows) installieren. Der Installationsprozess bzw. die Konfiguration wird in einem Web-Interface durchgeführt und bietet eine ganze Reihe von Einstellungsmöglichkeiten, die man auch zu einem späteren Zeitpunkt bequem ändern kann.

Anwendung

Wie bereits erwähnt, ist die Anwendung von SnipSnap recht flexibel und reicht von einem normalen Community-Wiki über ein persönliches Weblog bis hin zur einer Wissensmanagementumgebung (siehe SnipSnap UseCases). Die Macher von SnipSnap sehen die Anwendung vor allem im Bereich der Software-Entwicklung. “Hier dient das Tool als Kommunikationsplattform für den gesamten Entwicklungsprozess vom Anforderungsmanagement, über die Entwicklung und den Test bis hin zur Dokumentation.” [Projektbeschreibung] Insbesondere die Beziehungen von SnipSnap zu anderem Projekten und Aktivitäten machen dies deutlich:

Leider handelt es sich bei den aufgeführten Links zum Teil um Forschungsprojekte, d.h. es wir die Zukunft zeigen ob SnipSnap den Anwendungsbereich der Software-Entwicklung, wie in den Projektbeschreibungen erwähnt, unterstützen wird.

Stärken

  • einfache plattformunabhängige Installation
  • leichte Erweiterbarkeit durch Macros
  • vielfältige Einsatzmöglichkeiten (Projektmanagement, teamorientiertes sowie persönliches Wissensmanagement, …)
  • verstärkte Anwendungsausrichtung auf wissensbasiertes Software-Engineering
  • relativ kurze Einarbeitungszeit, die sicherlich durch eine bessere Dokumentation kürzer ausfallen würde

Schwächen

  • Dokumentation für Standard-Anwender könnte deutlich besser sein
  • Code-Dokumentation kaum vorhanden, dafür aber einige Tutorials
  • Community für ein OpenSource Projekt dieser Art nicht gerade groß und scheinbar wenig aktiv
  • teilweise experimenteller Charakter, der aber naturgemäß durch die Einbindung in Forschungsaktivitäten begründet ist
  • Usability reicht an vielen Stellen von schlecht bis unüberlegt
  • einige Feature nicht konsequent zu Ende gedacht (CSS Theme möglich aber wichtige View-Elemente [Edit-Box, individuelle Buttons] sind nicht per CSS zu layouten; Link Namen der Weblog-Einträge verdecken vorhergehende Weblog-Einträge, …)
  • die Suchfunktion könnte wesentlich besser sein – zu mal sie eine Funktion darstellt, die bei persönlichem sowie teamorientiertem Wissensmanagement essenziell ist

Fazit

SnipSnap ist in der Tat ein innovatives Wiki bzw. Bliki. Allerdings gilt auch bei SnipSnap, wie in so vielen OpenSource Projekten, “written by geeks, for geeks”. Dies erkennt man nicht nur an den Usability-Eigenschaften oder der Dokumentation sondern auch an der Community, die sich auf SnipSnap.org versammelt. Die Hauptanwender findet sich deshalb wohl auch im Bereich der Software-Entwicklung wieder. Nichtsdestotrotz lässt sich SnipSnap produktiv und als vollwertiges Bliki einsetzen und bietet durch verschiedene Forschungsaktivitäten, die rundum SnipSnap durchgeführt werden, eine interessante Zukunftsperspektive. Ich persönlich verwende SnipSnap schon über ein Jahr als persönliches Wissensmanagement Tool und kann eine klare Empfelung trotz einiger Schwächen aussprechen.

Links


Leichtgewichtiges “Wissensmanagement”

malmoe: Weblogs: Leichtgewichtiges Wissensmanagement
“In Teil 1 des MALMOE-Interviews mit deren Leiter, Thomas N. Burg, geht es um kommerzielle Anwendungen ? und was die Just for Fun-Blogger davon halten.”

malmoe: Weblogs: Netzwerke der 3. Generation
“Teil 2 des Interviews mit Thomas N. Burg, Leiter der Weblog-Konferenz in Wien: Geld verdienen, Community Building und wertvolle Information.”

malmoe: Weblogs – was sie sind und was sie können

via DIENSTRAUM

lesenswert, aber ist nicht sehr ergiebig…


Paper: Communicating Communities

Direct Verbal Communication as a Catalyst of Agile Knowledge Sharing

This paper discusses the role of conversation and social interactions as the key element of effective knowledge sharing in an agile process. It also presents the observations made during a repeated experiment on knowledge sharing conducted in various groups of professionals and students. The study suggests that the focus on the pure codified approach is the critical reason of Tayloristic team failure to effectively share knowledge among all stakeholders of a software project. Drawing on the knowledge-as-relationship perspective of knowledge sharing we theorize that verbal face-to-face interaction facilitates achieving higher velocity accomplishments by software development teams.

download paper as PDF


Social Tools

Project Management

  • [JotSpot] Wiki Clone mit netten Funktionen
  • [SnipSnap] kominiertes Weblog und Wiki (so gennantes Bliki)
  • [Basecamp] Web-based project management auf Basis von Weblog Funktionen
  • [PersonalBrain] helps you organize all your Web pages, contacts, documents, e-mails and files in one place so that you can always find them—just like you think of them.
  • [PHProjekt] is a modular application for the coordination of group activities and to share informations and document via intranet and internet.

Bug / Issue / Request Tracker

  • [OTRS] is an Open source Ticket Request System (also well known as trouble ticket system) with many features to manage customer telephone calls and e-mails.
  • [Roundup] is a simple-to-use and -install issue-tracking system with command-line, web and e-mail interfaces. It is based on the winning design from Ka-Ping Yee in the Software Carpentry “Track” design competition.
  • [RT3] is an enterprise-grade ticketing system which enables a group of people to intelligently and efficiently manage tasks, issues, and requests submitted by a community of users.

Agile Software-Entwicklung

Agile Software-Entwicklung

Alistair Cockburn

2003, Paperback
336 Seiten, Format 17,0 x 24,0 cm
ISBN 3-8266-1346-5

€ 34,95

Folgende Themen werden behandelt:

  • Die Prinzipien hinter den agilen Methoden
  • Welche Methode passt für welches Projekt?
  • Just-in-Time-Methoden richtig anwenden
  • Wie mit unzureichender Kommunikation umgehen
  • Kontinuierliche Methodenerneuerungen
  • Das Manifest der agilen Software-Entwicklung

“(…)Er hat sein Werk zu diesem Zweck in einen einführenden, eher theoretischen und einen mehr praxisorientierten Part untergliedert. Dank lockerer Schreibe sorgt der erklärende erste Teil des Buches für viel Lesespaß und Gedankenfutter. Weil der Leser viel über sich, andere und das Zusammenwirken in einer Zielorientierten Gruppe lernt, sammelt er Wissen, das sich zum Beispiel am Arbeitsplatz bezahlt machen kann. Der zweite Teil beschreibt konkrete Vorgehensweisen. So gibt es etwa eine Empfehlungsliste für die unerlässlichen Dokumentationen (“keine Perfektion, sondern Orientierung an der Kommunikationsfähigkeit des Dossiers”) und Techniken für die konstante Verbesserung der Methodik. Namentlich sind hier die “Crystal”-Methodiken zu nennen, die breiteren Raum einnehmen und eine menschengerechtere Sicht der Probleme einfordern. Übrigens: Das Wort “agil” bedeutet in diesem Zusammenhang “effektiv” und “manövrierbar”. Nach der Lektüre hat der Leser das befriedigende Gefühl, die Schräubchen zu kennen, an denen zur Effizienzsteigerung gedreht werden kann. Trotz aller gruppendynamischer Theorie ein praxisbezogenes Buch mit leicht nachvollziehbaren Tipps.(…)”
(c’t, 09/2004)


Agiles Projektmanagement


Risikogesteuerte Softwareentwicklung
Gernert, Christiane

Hanser Vlg., 2003, 252 S., brosch.,
ISBN:3446219951, 34,90 €

Darum geht’s:

  • Was sind Ihre essentiellen Aufgaben als Manager von IT-Projekten?
  • Wie lässt sich der agile Grundsatz “so wenig wie möglich, so viel wie nötig” auf das Projektmanagement übertragen?
  • Wie können Sie Freiräume schaffen, ohne die Kontrolle zu verlieren?
  • Wie finden Sie schnell und unkompliziert das geeignete Vorgehen für Ihr Projekt?
  • In welcher Projektphase sind welche Managementergebnisse relevant?
  • Wie werden Iterationen effizient geplant, überwacht und gesteuert?
  • Wie beherrschen Sie die Risiken rund um Ihr Projekt?

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