Zehn Wochen KZ - Außenlager Wöbbelin


"Der Anblick des Lagers war mehr, als ein menschliches Wesen ertragen konnte..."
- General Gavin, amerikanischer Befreier

Wenige Kilometer außerhalb der kleinen Gemeinde Wöbbelin bei Ludwigslust ließ die SS Ende 1944 das letzte Außenlager des KZ Neuengamme errichten. Vom 12. Februar 1945 bis zum Tag der Befreiung dient das KZ Wöbbelin als Auffanglager für Häftlinge aus 16 europäischen Nationen, die, vor den heranrückenden alliierten Truppen evakuiert, auf "Todesmärschen" in Richtung Wöbbelin getrieben wurden. Sie befanden sich in einem jammervollen Zustand, als sie dort ankammen. Das Lager, unter den Bedingungen der letzten Kriegswochen eingerichtet, war nur ein Provisorium, aber auch ohne Gaskammer und Massenexekutionen ein Vernichtungslager. Bei kärglicher Ernährung und fast ohne medizinische Versorgung starben die durch den Aufenthalt in anderen Lagern und die Anstrengungen der Evakuierung ohnehin geschwächten Häftlinge zu Hunderten.


Der Tag der Befreiung. Der Belgier Marcel Bouckenooghe überlebt ihn nur um wenige Tage. Er stirbt am 7. Mai 1945 in Ludwigslust.

Für mehr als tausend der über fünftausend Häftlinge des KZ Wöbbelin - Widerstandskämpfer, Nazigegner, aus rassischn oder weltanschaulichen Gründen Verfolgte - kam die Befreiung am 2. Mai 1945 durch die 82. US - Luftlandedivision zu spät. Sie waren auf Grund der unzureichenden hygienischen Zustände im Lager und der unmenschlichen Behandlung durch die SS elend zugrundegegangen. Ihre Leichen, in Massengräbern verscharrt oder achtlos auf dem KZ - Gelände liegengelassen, wurden auf Befehl der amerikanischen Militärbehörden durch die deutsche Bevölkerung in Ludwigslust (zwischen Schloss und Stadtkirche), in Schwerin (am heutigen Platz der Opfer des Faschismus), in Hagenow (am Krankenhaus) und in Wöbbelin (im Theodor Körner-Park) zur letzten Ruhe gebettet.


7. Mai 1945: Defilee der Bevölkerung an den offenen Gräbern der Toten aus dem KZ Wöbbelin (hier in Ludwigslust)

Alljährlich zum Tag der Befreiung des KZ Wöbbelin kommen Menschen aus vielen europäischen Ländern, aus den USA und Israel nach Wöbbelin. Ehemalige Häftlinge mit ihren Familien, Angehörigen der Verstorbenen und Veteranen der 82. US - Luftlandedivision gedenken dann gemeinsam an den Gräbern der KZ - Toten.

Quelle: Broschüre der Mahn- und Gedenkstätte Wöbbelin

 

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